Feuerwehren der Region proben den Ernstfall

Ein Bus kommt auf der Autobahn 48 ins Schleudern und begräbt drei Autos unter sich – Hilferufe, Schreie und Klopfgeräusche sind aus den Fahrzeugen zu hören. Überall liegen Glasscherben, aus einem Auto steigt Rauch auf. Diese Situation finden die freiwillige Feuerwehr und der Rettungsdienst vor, als sie am Samstag am Unfallort Raststätte Elztal Nord mit Martinshorn und Blaulicht eintreffen.

Das Szenario ist glücklicherweise nur fiktiv, die Raststätte an diesem Tag lediglich Schauplatz für eine Ernstfallübung. Das Training verfolgt gleich mehrere Ziele: Geschult werden soll die gemeinschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der größeren technischen Hilfe der Feuerwehren, der sichere Umgang mit schweren Rettungsgeräten, die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und die Versorgung mehrerer Verletzter. 

Gegen 14 Uhr setzt Übungsleiter Mario Baumeister den Funkspruch zum Unfall ab. In weniger als zehn Minuten ist die Freiwillige Feuerwehr Mayen-Kernstadt, gefolgt vom Rettungsdienst, am Unfallort. Sofort wird der Wasserschlauch ausgerollt, um die Brandentwicklung eines Fahrzeugs zu stoppen. Der Wehrleiter der Feuerwehr Mayen, Andreas Faber, verschafft sich einen Überblick und alarmiert die Feuerwehr Kaisersesch und Kehrig sowie weitere Rettungsdienste aus Ettringen, Mendig, Waldesch und Polch. 

„Wichtig bei solchen Einsätzen ist die genaue und intensive Erkundung der Unfallstelle, um alle Gefahrenquellen und Verletzten zu finden“, sagt Uli Walsdorf, Pressesprecher der Feuerwehr Mayen. Aus dem brennenden Fahrzeug wird bereits die erste Person geborgen, als weitere Einsatzkräfte am Unfallort eintreffen. Sofort werden die Kollegen über die aktuelle Lage informiert, und die Unfallstelle wird in Abschnitte eingeteilt. „Mithilfe der Einteilung wird der Raum geordnet“, berichtet Walsdorf. Der umgekippte Bus ist Abschnitt eins, für den die Feuerwehren Mayen und Kaisersesch zuständig sind. Der Bus wird gesichert und stabilisiert, um ein weiteres Kippen zu vermeiden. An den Türen des Busses werden Leitern aufgestellt; und Feuerwehr sowie Sanitäter bergen weitere Insassen. 

Parallel dazu wird der Bus mithilfe von Holzblöcken und Hebekissen angehoben, um die eingeklemmten Personen aus den Fahrzeugen darunter zu bergen. Für Abschnitt zwei, zu dem die drei Autos gehören, ist die Feuerwehr aus Kaisersesch und Kehrig zuständig. Mithilfe eines hydraulischen Spreizers verschaffen sich die Einsatzkräfte Zugang zum zweiten Fahrzeug. Der Sanitäter entscheidet daraufhin, wie die Rettung des Verletzten umgesetzt wird. „Wenn die Person stark bedroht ist, findet eine ‚Crash-Rettung‘ statt“, erklärt Walsdorf. Dies bedeutet, dass die Person so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug gerettet werden muss, um sie weiter medizinisch zu versorgen. Wenn die verletzte Person stabil ist, wird zuerst der Weg zu ihr freigemacht, um sie schonend zu bergen. In einem weiteren Abschnitt werden die bereits geborgenen Personen vom Rettungsdienst medizinisch versorgt und abtransportiert.

Gegen 15 Uhr findet eine Lagebesprechung am Einsatzleitwagen der Feuerwehr Mayen statt. Hier informieren die Abschnittsleiter und der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes den Einsatzleiter über die aktuelle Lage. Nachdem dieser einen Gesamtüberblick bekommen hat, entscheidet er, ob weitere Rettungskräfte benötigt werden und wie lange der Einsatz noch ungefähr dauern wird.

An diesem Tag kann auf eine weitere Alarmierung verzichtet werden, da nur noch zwei Insassen aus dem Bus und eine eingeklemmte Person aus dem letzten Fahrzeug geborgen werden müssen. Nach eineinhalb Stunden wird den 52 Feuerwehrleuten und 26 Sanitätern bekannt gegeben, dass der Einsatz erfolgreich beendet ist.

„In der Größenordnung des Unfalls ist die Dauer des Einsatzes sehr realistisch“, sagt Sprecher Walsdorf. Feuerwehrintern wird die Übung in den kommenden Tagen nachbesprochen. Aber schon jetzt ist Übungsleiter Mario Baumeister sehr zufrieden mit dem Ablauf der Gemeinschaftsübung: „Alles verlief nach Plan.“

 

(Quelle: Rhein-Zeitung, Ausgabe Mayen-Andernach, vom 01.07.2019, Text: Magdalena Volk)

 

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Letzte Aktualisierung 17.10.2019 - 10:52 Uhr